Das Friedensmuseum & seine Ausstellungen
Vom Coburger Friedensdankfest im Jahr 1650 bis zur modernen Lernwerkstatt für gelebte Demokratie: Das Friedensmuseum Meeder dokumentiert Geschichte und Geschichten des Friedens und lädt zum aktiven Verstehen ein.
Vom 30-jährigen Krieg zum Friedensdankfest 1650
Der 30-jährige Krieg zog sich von 1618 bis 1648 über drei Jahrzehnte hinweg und erfasste als verheerender Konflikt fast ganz Europa. In keinem früheren Krieg hatte die Zivilbevölkerung solche Not erdulden müssen – Schlachten, Plünderungen und Hunger forderten unzählige Menschenleben.
Erst mit dem Westfälischen Frieden 1648 fand das Morden ein Ende. Für eine ganze Generation, die bis dahin nur Zerstörung und Entbehrung gekannt hatte, bot dies eine völlig neue Erfahrung: Frieden.
Diesen Friedensschluss nahm der Coburger Herzog Friedrich Wilhelm II. im Jahr 1650 zum Anlass, jährlich am Sonntag nach Sebaldus (19. August) ein großes Friedensfest zu feiern. Bis heute wird diese Tradition in Meeder von den „Choradstanten“ (Männer-Kirchenchor und Blaskapelle) gepflegt – und bildete 1982 den Grundstein für das heutige Museum.
Erinnern, Verstehen und Mitgestalten
Die Ausstellungen im Untergeschoss der Grundschule Meeder verknüpfen lokale Historie mit überregionalen und europäischen Friedensbewegungen. Besucher erhalten differenzierte Einblicke anhand von drei Schwerpunkten:
Mensch & Region
Darstellung der konkreten Auswirkungen politischer und militärischer Ereignisse auf den Alltag der Menschen im Coburger Land und in Franken.
Kriegsgerät im Frieden
Eine bemerkenswerte Sammlung historischer Exponate zeigt, wie Materialien und Werkzeuge des Krieges in Friedenszeiten für zivile Zwecke umgewandelt wurden.
Europäische Friedensordnung
Einblicke in die europäische Zeit- und Kulturgeschichte anhand authentischer Berichte, Verträge und Zeitdokumente.
Anna B. Eckstein (1868 – 1947)
Anna Bernhardine Eckstein ist eine der bedeutendsten Vorkämpferinnen für Völkerverständigung und den Weltfrieden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Geboren am 14. Juni 1868 in Coburg, widmete sie ihr Leben der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit und dem Völkerbund.
Als Initiatorin der weltweiten Weltfriedenspetition, die Millionen Unterschriften auf allen Kontinenten sammelte, stand sie in engem Austausch mit den führenden Köpfen der internationalen Friedensbewegung und Friedensnobelpreisträgern.
Trotz ihres herausragenden Wirkens geriet sie in den Nachkriegsjahrzehnten weitgehend in Vergessenheit. Das Friedensmuseum Meeder widmet ihr eine eigene Dauerausstellung, um ihr Lebenswerk und ihre Ideale für heutige Generationen lebendig zu halten.
Friedensmuseum Meeder e.V.
Der Verein Friedensmuseum Meeder e.V. ist eine gemeinnützige Einrichtung. Ziel des Vereins ist der Betrieb und die kontinuierliche Weiterentwicklung der „Lernwerkstatt Frieden“ in der Anna-B.-Eckstein-Schule.
Das Museum wurde 1982 durch Pfarrer Karl Eberhard Sperl als Begegnungsstätte im evangelischen Gemeindehaus „Alte Schule“ ins Leben gerufen. 2008 ergriff eine überkonfessionelle Bürgerinitiative die Initiative zur Neuausrichtung. Am 10. März 2010 wurde der heutige gemeinnützige Verein gegründet, und im Juli 2011 bezog die neu konzipierte Lernwerkstatt ihre barrierefreien Räume im Untergeschoss der Grundschule Meeder.
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